Die Grossstadt stinkt, ist laut und septisch

So schlecht lag ich mit meinem Tip doch gar nicht. Deutschland war im Finale und hat mit einem Tor Differenz verloren. Es haette schlimmer kommen koennen. Was aber dann wirklich verwunderlich ist: Warum werden die Verlierer so gefeiert? Second place is the first loser!! Menschen die zu solchen „Happenings“ gehen, denken wahrscheinlich auch, dass Fussball etwas mit gut aussehenden, eloquenten Mitzwanzigern zu tun hat. Die Wahrheit sieht anders aus und wird Sonntags beim DSF-Doppelpass oder beim lokalen Kreisligisten dargeboten. In beiden Faellen sind die Protagonisten meist haesslich und haben Probleme ihre Namen fehlerfrei zu buchstabieren. Das ist Fussball, liebe Public Viewing Freunde. Apropos Public Viewing: „general access to see the dead body of a famous person before the burial“. Hauptsache ihr hattet Spass.
Das Spiel habe ich im uebrigen nicht gesehen, da ich es vorzog mir am Sonntag beim lokalen Kreisligisten eine Baenderdehnung Kreuzbandriss im Knie zuzulegen. Manni Breuckmann und der Andere waren aber durchaus gute Unterhalter.
Als Ursache fuer diese Verletzung habe ich den Fortschritt (im allgemeinen) ausgemacht. Frueher waren Fussballschuhe schwarz und hatten runde Stollen. Heute sehen Fussballschuhe aus wie Produkte aus der Spielzeugabteilung des lokalen Billig-Supermarktes und kennen das Material Leder nur aus Erzaehlungen. Leider spricht dieses „Design“ eigentlich nur Menschen an, die Stefan Raab als Fernsehunterhaltung ansehen. Das wirkliche Uebel sind allerdings diese rechteckigen Stollen:
fussballschuhe
Diese vollkommen beschissene Stollengeometrie macht es (fast) unmoeglich, dass Standbein auf dem Untergrund zu bewegen/drehen. Dadurch kommt es dann, bei einer etwas ruckartigen Bewegung des Koerpers nicht zu einem aurutschen/wegdrehen des Standbeines, sondern zu einer schmerzhaften Verdrehung des Knies. Warum hat den Patentinhaber fuer diese Scheisse noch niemand verklagt?? Bin doch mit Sicherheit nicht der Erste, dem das passiert ist. Dies hat die Folge, dass ich jetzt den ganzen Tag auf der Couch liege und versuche das MP3-Archiv auf ein dreistelliges Gigabytevolumen zu erweitern.
Sollte ich aus lauter Langeweile einen Live-Ticker in die Seite einbauen?? Damit koennte ich dann die lokalen Bewegungen auf dem Straßenstrich vor‘m Haus kommentieren. Dafuer waere allerdings ein Nachtsichtgeraet von Vorteil. Die Idee wird getestet.

Der beste Googlesuchbegriff der letzten Wochen war eindeutig: „Wie komme ich zum Force Attack?“ Das dieser Blog mal solch eine Relevanz hat, haette ich in meinen kuehnsten Traeumen nicht geglaubt. Danke fuer ihr Vertrauen.
juli
Falls mal jemand nach dem Datum fragt…


4 Antworten auf “Die Grossstadt stinkt, ist laut und septisch”


  1. 1 ricardo 02. Juli 2008 um 21:00 Uhr

    …sprachlos!!! und nicht wegen dem fußballscheiß!!!

  2. 2 endoftheworld 03. Juli 2008 um 1:17 Uhr

    ..manchmal wundere ich mich auch, aber: „eine Demokratie muss so etwas aushalten“

  3. 3 Uns Uwe 03. Juli 2008 um 4:21 Uhr

    muss dir absolut recht geben. zweite plaetze werden nicht gefeiert. die yuppies am brandenburger tor waren wahrscheinlich noch niemals bei nem richtigen spiel und haben noch nie ne dritte halbzeit erlebt. diese arschgeigen feiern wahrscheinlich auch n 1:7 von turbine potsdam gegen fsv frankfurt.
    ich fand unsere mannschaft einfach nur schlecht, obwohl ich nur die 2.halbzeit sehen konnte, aber die hat mir gereicht. der mannschaft fehlen eindeutig fuehrungsspieler, so wie n effe damals. ballack steht bei solchen spielen auch meistens neben sich. wo ist unsere siegermentalitaet geblieben? demnaechst wird schon gefeiert,wenn wir die vorrunde ueberstehen. wir sind doch nicht oesterreich, die sich gefreut haben endlich mal wieder bei ner endrunde dabei zu sein. vielleicht sollten die sich mal fuer ne wm bewerben, da glaubt`s auch mal wieder mit ner direkten quali:-)
    freu mich schon auf unser gemeinsames auftreten bei der brn und brisbane wahrscheinlich auch. die wissen`s bloss noch nicht:-)

  1. 1 Banausenrepublik » Blog Archive » Fussball muss sterben, damit wir leben koennen Pingback am 01. Juli 2008 um 21:39 Uhr

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