Archiv für Juli 2008

Ain‘t Like You

Aufgrund meiner etwas eingeschraenkten Bewegungsfreiheit, verbringe ich weiterhin den Großteil des Tages im Bett. Die Mobilitaet ist allerdings schon spuerbar besser geworden. Der Gang zur Toilette beansprucht nur noch die Haelfte der Zeit wie noch vor einer Woche, dies ist sehr angenehm. Nichtsdestotrotz ist es gar nicht so einfach dem Tagesablauf irgendwie ein wenig Struktur zu verleihen. Ich habe jetzt versucht wenigstens den Vormittag irgendwie so aussehen zu lassen, als wenn in meiner Parallelwelt ein System vorhanden waere.
Es stehen die Abonnierung von etwa 13 neuen RSS-Feeds zu buche, die natuerlich taeglich studiert werden wollen. Weiterhin muss der Diskussionsverlauf in diversen Fussball- und Musikforen verfolgt werden, um nicht das neueste Transfergeruecht oder den neuen Kellerlochhype zu verpassen. Hinzu kommt noch, meist aber erst am Nachmittag, die Zusammenstellung des Teams fuer das Bundesliga Managerspiel 08/09. Gar nicht so einfach, diese Aufgaben gewissenhaft abzuarbeiten.
Seit ein paar Tagen gehoert auch die Sendung 2254 von Deutschlandradio Kultur zu meinem allmorgendlichen Programm. Fuer alle die 2254 nicht kennen: eine Perle der deutschen Radiolandschaft, welche leider auf einem etwas abgelegenen Sendeplatz ihr unterbewertetes Dasein fristet. Hoechstwahrscheinlich wuerde die Sendung auf einem anderen Sendeplatz auch nicht funktionieren. Es handelt sich um eine Radiosendung, die auf die Interaktion mit dem Zuhoerer angewiesen ist, d.h. es gibt jeden Tag ein Thema zu dem sich die Zuhoerer per Telefon aeußern koennen/sollen. Gut, das Konzept ist jetzt nicht so neu, da ja jeder schon mal ueber Domian gestolpert ist. Das Besondere an 2254 sind vielmehr die Themen und die daraus resultierenden Meinungen der Zuhoerer. Es wird nicht wie bei Domian oder den Nachmittagstalkshows im Werbefernsehen das persoenliche Problem in den Vordergrund gestellt, nein, der Hoerer bekommt die Moeglichkeit sich zu politischen/ueberregionalen/globalen Themen zu aeußern. Warum manche Menschen einen Drang verspueren, sich zu Themen zu aeußern, von denen sie soviel Ahnung haben wie Vinnie Stigma vom Gitarre spielen, bleibt mir auch weiterhin verborgen. Die Anrufer rekrutieren sich aus allen Bevoelkerungsschichten und sind in allen Sinneszustaenden vertreten. Die Auswahl an Anrufern kann allerdings nicht allzu groß sein, da fast taeglich mind. eine Person durchgestellt wird, die offensichtlich unter massiven Drogeneinfluss steht. Auch wenn die Anrufer nicht offensichtlich unter Drogeneinfluss stehen, bringen mich die Aussagen nur dazu, eine Evolution der Menschheit fuer ausgeschlossen zu halten. Die ergaenzende Lektuere des Answer Me!-Buches bestaetigt mich in dieser Auffassung und laesst eigentlich nur einen Schluss zu: Kontakt zur menschlichen Lebensform auf ein Minimum beschraenken! Zumindest in diesem Punkt bin ich derzeit auf einem guten Weg.
Trotz allem empfehle ich die Sendung 2254 auf DRadio Kultur, denn das ist gelebte Demokratie im oeffentlich-rechtlichen Rundfunk.
knie

Pisspottshow

gutevorsaetze
Go for more.

Walter & Gail

Es ist eigentlich unglaublich wie trist mein Leben momentan ist. Michael Sonntag sieht sein Leben selbst als trist an, aber aus meiner derzeitigen Perspektive ist er eine schillernde Figur am unerreichbaren Firmament. Die taegliche Tristesse wird nur durch meine schmerzhaften Ausfluege auf die Toilette aufgehellt. Mittlerweile bin ich selbst zu faul/traege mir irgendwelche Musik aus dem Internet zu ziehen. Ich liege einfach nur da, rieche inzwischen unangenehm und zementiere meinen Arschabdruck in die Couch ein. Hoffentlich wird mir diese beschissene Schiene bald abgenommen…
Zum Tag des Herrn gab es heute eine besondere Ueberraschng: Es war Waschtag!
Ja, ihr wascht euch oefter aber wir haben hier Water Restrictions und ausserdem ist mir das viel zu anstrengend. Die Situation ist denkbar einfach und kann in jedem Pflegeheim oder Krankenhaus beobachtet werden. Man ist dem Personal vollkommen ausgeliefert, ist aber auf die Reinigung des Koerpers angewiesen, da man langsam beginnt sich vor sich selbst zu ekeln. Ein Teufelskreis. Trotz aller Demuetigung fuehlt man sich nach der vollendeten Reinigung wieder etwas besser und schaemt sich erst wieder in 2 Tagen, wenn die Bettdecke gelueftet wird. Wenigstens ist die Pflegerin eine heiße Biene.

Gibt es eigentlich einen sexuellen Fetisch mit temporaer behinderten Menschen?? Dadurch koennte ich mit ein paar Bildern/Videos wenigstens ein bisschen Kohle machen.
Werbetext dann ungefaehr so:
Hengst mit steifem Bein wird von Pflegerin bis zur Erschoepfung verwoehnt. UNZENSIERT!!

Ich fuehle mich derzeit aelter als ich jemals werde.




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