Gibt es eigentlich Menschen die gern zum Frisoer gehen?
Außer bemitleidenswerte TOKYO HOTEL-Fans und Frauen, die sich aufgrund ihrer Frisur in eine gesellschaftliche Vormachtstellung bringen wollen, sollte jeder Mensch einem Frisoerbesuch abgeneigt sein. Ist die Vermittlung der persoenlichen Vorlieben bezueglich des Haupthaares in Deutschland schon schwierig genug, da es sich bei den Gespraechspartnern meist um von der Hipness gekuesste Menschen handelt, kommt hier noch eine Sprachbarriere dazu. Gluecklicherweise konnte ich noch einen Frisoer auftreiben, der von Straehnen, Faerben und Beckham aka dieser Bankkaufmannazubifrisur noch nichts gehoert hat. Nando war also mein Mann: Geschaetze 70 Jahre auf dem Buckel und eine riesige Brille, die aus Eitelkeit nur zum Haareschneiden aufgesetzt wird. Der Laden ist in etwa so groß wie ein kleiner Doenerimbiss und bietet durchaus Entertainment. Das Inventar ist erlesen und funktionstuechtig ausgewaehlt: Schreibtisch, Frisoerstuhl (Vorkriegsmodell), Spiegel, Fernseher (Farbe, mit spektakulaeren Drehreglern zur Sender- und Lautstaerkeeinstellung) und natuerlich seine Frisoerutensilien, bei denen besonders die stumpfe Schere zu erwaehnen waere. Nicht zu vergessen der ca. A1 große Tittenkalender von Wuerth, der ueber dem Schreibtisch und neben dem großen Spiegel haengt. Die Welt zu Gast bei Freunden. Nando selbst ist eher klein und zierlich, spricht mit italienischem Akzent und altersschwacher Stimme, was eine gewisse Naehe zum Paten suggeriert. Fuer sein Alter fuehrt er eine verdammt ruhige Hand. Die Ursache hierfuer kann eigentlich nur im regelmaeßigen Alkoholkonsum liegen. Waehrend Nando seine Finger und die stumpfe Schere durch mein Haar gleiten lies, konnte ich die neuesten Nachrichten aus Russland (auf Russisch) im TV-Geraet schauen und weitere Collagen aus der PrePhotoshop-Zeit begutachten (die Zeit mit Schere und Leim, frueher eben). Nando leistete ganze Arbeit, auch wenn ich etwas unruhig wurde als er das wiederum sehr scharfe Rasiermesser an meinen Nacken anlegte. Der Mann versteht sein Handwerk, so dass ich unversehrt, aber mit unglaublich ungleichmaessig geschnittenen Radkaesten ueber den Ohren, vom Stuhl aufstehen durfte. Auch sonst erkennt man die Handschrift der alten Schule: meine Frisur steht einem gemuetlichen Kameradschaftsabend auf keinen Fall mehr im Weg. Auf die abschließende Frage, ob er denn aus Russland sei, weil er sich ja russische Fernsehsendungen anschaut, antwortete er nur, dass er es einfach gern hat wenn jemand erzaehlt, er aber kein Wort versteht. Ich hoffe er geht demnaechst nicht in Rente.
Lange Rede kurzer Sinn. So siehts aus:

Gut, Zahnarzt waere schlimmer gewesen…


Gratuliere! Man kann sagen, das Risiko hat sich gelohnt. Mir steht ein Frisoerbesuch auch noch bevor, aber sicher erst in Mexico. Ich hoffe, dass ich dann auch der Person mit der Schere im gebrochenem Spanisch klar machen kann, was ich will. Wahrscheinlich werde ich mir dein Foto ausdrucken und sagen:“genau so soll`s am Ende aussehen.“
Siehst gut aus! Die Volksgenossen haben Dir auch schon etliche Briefe geschrieben. Problem sie haben die Ostfront mit Australien verwechselt.
Egal- ließ selbst: http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/1669/_ich_kuesse_dich_auf_deine_vier_buchstaben.html
Hi,
immer noch besser als ein Pimmelkopp.
Dieser Haarschnitt hat Führungsqualitäten für ein globales Unternehmen.???
?? das kann ich mir auch nicht erklaeren. wo kommt der satz auf einmal her? ich habe deinen kommentar nicht bearbeitet. steckt schaeuble dahinter?? kommt mir spanisch vor.
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/MielkeErich/index.html